Zu Gast auf der „beyond tellerrand“

Am 15./16. Mai fand die „beyond tellerrand„, eine Entwickler- und Designerkonferenz im Capitol Theater in Düsseldorf, statt und wir waren – zum ersten Mal – mit dabei.

An zwei aufeinanderfolgenden Tagen präsentierten sich insgesamt 13 internationale Speaker mit jeweils 45-minütigen Talks. Die Themen der Konferenz behandelten nicht die „klassischen“ Designerthemen und -problemchen sondern gingen weit darüber – eben über den Tellerrand – hinaus. Präsentiert mit viel Leidenschaft, dem passendem Grad an Humor und dem Anspruch alle Teilnehmer zu inspirieren. Die Talks fanden in nur einem Saal statt, so hatte man die Möglichkeit jedem Speaker volle Aufmerksamkeit zu schenken.
Neben den Talks zeichnet sich die beyond tellerrand durch einen gewissen, familiären Flair aus. Als Besucher hat man die Möglichkeit mit jedem der Referenten ins Gespräch zu kommen und auch Gründer Marc Thiele mischt sich unters Publikum und ist mit unheimlich viel Engagement bei der Sache.

Die ganze Konferenz war sehr gut durchorganisiert. Es waren genügend Pausen zum „Verdauen“ der Vorträge eingeplant, für reichlich Erfrischungen war ebenfalls gesorgt und das Personal war sehr umsichtig. Wer in den Pausen im Saal blieb wurde von DJ Baldower (Tobi Lessnow) gut unterhalten. Er griff Sätze der Speaker auf, mixte diese im Anschluss in seine Tracks – die sich durchaus hören ließen – und zauberte mit seiner positiv verrückten Art so manchem gelangweilt wartenden Besucher ein Lächeln ins Gesicht.

beyond tellerrand

 

Eine Zusammenfassung der Talks an Tag 1

Breaking out of the Tetris mind set
Christian Heilmann

Den Eröffnungsvortrag hielt Christian Heilmann und hielt alle Besucher dazu an bereits Erreichtes zu feiern um wieder offen und vorallem eigenständig an Problemlösungen heranzutreten. Seinen Talk nannte er ganz passend „Breaking out of the Tetris mind set“ – bei Problemlösungen neigen nämlich viele dazu, eine Technologie auf die andere zu stapeln. So entstandene Fehler ziehen sich dann bis zum Ende durch; wie bei Tetris verschwinden dann die Errungenschaften.

 

Cultivating community: Building powerful relationships by communicating with empathy
Sharon Steed

Sharon machte deutlich wie wichtig eine empathische Kommunikation untereinander ist. Um es auf den Punkt zu bringen: „Ein Arsch zu sein ist nicht produktiv“. Ihre wichtigsten Tipps dabei waren, dass man auch außerhalb seines eigenen Umfeldes versuchen sollte jedem Verständnis entgegen zu bringen und erst danach urteilen sollte. Ebenso sollte man versuchen in der Sprache des anderen zu kommunizieren. Ein gutes Team fühlt sich immer wohl und dazu ist es wichtig die Ideen der Anderen zu schätzen, die eigene Rolle im Team zu kennen und sich gegenseitig zu unterstützen.

 

Design Systems: Real Talk
Jina Anne

Ein Design System zu entwickeln kann unheimlich viel Freude bringen, leider ist es auch sehr arbeitsintensiv. Darum sollte man, laut Jina Anne, auf 4 Grundbausteine konzentrieren: Klarheit, Effizienz, Konsistenz und Schönheit. Damit man von einem Design System auch profitieren kann muss es regelmäßig gepflegt werden und sollte ebenso im Arbeitsalltag genutzt werden, nicht nur von Designern sondern vom ganzen Team.
Wer sich selbst ein wenig mit dem Thema befassen möchte findet bei Salesforce (Jina Anne ist hier Lead Designerin) die passenden Informationen.

 

Dodging bullets – Microservices for fewer sleepless nights
Phil Hawksworth

Komplexe Systeme bringen häufig auch komplexe Probleme mit sich, darum hat Phil Hawksworth aka „the Dreamcrasher“ dazu angehalten wieder zurück zu statischen Systemen zu gehen und die wenigen dynamische Inhalte lieber mit kleinen Anwendungen zu integrieren. Verwiesen hat er dabei z. B. auf seine Website die auch eine Art Blog/News führt, diese aber per Mikrofunktion aus den aktuellen Twitter-Beiträgen zieht. Eine nette Anregung für Microsites.

 

Hacking the Visual Norm
Nadieh Bremer

Ooooh, wow, so beeindruckend können Diagramme sein. Nadieh hat uns gezeigt wie sie mit Hilfe der d3.js Library die Welt der Visualisierung auf den Kopf stellt, ohne jedes Mal das Rad neu erfinden zu müssen. Ein tolles Tool, welches ganz bestimmt Verwendung bei uns finden wird – wir werden uns da „reinfuchsen“.

 

Peace, Hellfire & Outer Space
Seb Lester

Seb ist ein hochkarätiger Kalligraph und hat uns einiges aus seinem Leben gezeigt Wie alles angefangen hat, was ihn inspiriert, was er geschaffen hat, wo seine Schriften Verwendung finden und wie sie es sogar mit der NASA ins All geschafft haben, durften wir uns zeigen lassen. Unheimlich schön anzusehen, zuzuhören und sich von ihm inspirieren zu lassen.

 

10 things I have learned after art school
Yuko Shimizu

Schonungslos ehrlich und erfrischend erzählte Editorialillustratorin Yuko aus ihrem Freelancerleben und viele Anekdoten kamen auch uns bekannt vor. Ihre vielen Beispiele wurden von ihrer unterhaltsamen New-Yorker-Art unterstrichen und so zog sie das Publikum in ihren Bann und entlockte allen ein herzliches Lachen. Dabei verlor sie aber nie das Wesentliche aus den Augen. Kreativ bleiben, mutig bleiben, weiter machen!

 

 

Die Talks an Tag 2

 

 

The Secret Life of Comedy
Espen Brunborg

So unterhaltsam wie der 1. Tag endete fing der 2. dann auch wieder an. Mit einem zugedrückten Auge erzählte Espen aus der Welt des Webdesigns. Uns steht eine unwahrscheinlich große Palette an Tools zur Verfügung, so beschäftigen sich einige tatsächlich nur noch mit der Gestaltung der vorhandenen Tools anstatt der kreativen Ideenfindung – dem Gehen neuer Wege – an sich. Da kann auch manchmal ein wenig Witz und Selbstironie helfen.

 

Evaluating Technology
Jeremy Keith

Graphicdesigntools, Buildtools, Frameworks, Libraries und ständig neue HTML-, CSS- und JavaScript-Funktionen. Unsere Werkzeuge sind umfangreich und niemand kann noch alles wissen, dafür gibt es inzwischen einfach zu viel. In seinem Vortrag gab Jeremy Hilfe zur Selbsthilfe um die passende Technologie auszuwählen.

 

What we talk about when we talk about web performance
Patty Toland

Eine Schier unendliche Zahl an Diagrammen prasselte auf uns ein, als Patty Toland ihren Talk beginnt. All denjenigen die sich noch nie mit Ladezeiten im Internet auseinander gesetzt haben, wird sie damit wohl die Augen geöffnet haben. Allen Zuhörern gab sie auch gleich das passende Werkzeug an die Hand.

 

Storytelling in JavaScript
Sarah Drasner

Wir alle erzählen Geschichten, visuelle Geschichten im Web. Sarah zeigte uns wie sie ihre Geschichten mit der Hilfe des JavaScript Frameworks VUE zum Leben erweckt. Für alle die einmal sehen wollen was dieses vielseitige Framework alles kann, darf gerne das Projekt „Over the tiny hills“ besuchen.

 

Machimaginarium
Mario Klingemann

„Sie hatten recht Detective, ich kann kein großes Kunstwerk erschaffen. Das ist der Ort an dem sich Robots treffen. Schauen Sie. Hier sehen Sie sie als Sklaven der Logik. Und dieser Mann auf dem Hügel kommt um sie zu befreien. Wissen Sie wer das ist?“ (Zitat aus iRobot)

Hmm, es könnte Mario Klingemann sein, unter dem Titel „Machimaginarium“ stellt er die Frage in den Raum ob Maschinen kreativ sein können. Er präsentierte uns, wie er einem Rechner neue Algorithmen beibrachte um Bilder und Musik zu analysieren, auszuwerten und zu kombinieren. Je mehr Erfahrung er den Maschinen mit auf den Weg gab, desto mehr konnten sie von alleine erkennen und erstellen. Wahnsinn!