Lieber Blindtext – du bist immer für uns da <3

Blindtext, du bist unsere erste Wahl wenn wir etwas gestalten und noch keine Texte vorliegen.
Du bist der erste Text, der auf neuen Webseiten steht.
Und auch wenn wir ganz verliebt in eine Schriftart sind, zeigst du uns wie ihr Schriftbild wirklich wirkt.
Manch einer mag dich als „Dummy“ bezeichnen, mach dir nichts draus, wir nennen dich eh viel lieber Füll- oder Platzhaltertext.

Ob du „Blindtext“ bist,
habe ich gefragt!

Mit Blindtexten ist es manchmal wie mit schönen Frauen. Sie zieren unser persönliches Schaffen, haben inhaltlich aber nicht viel zu bieten. In der Funktion als Fülltext ist das aber durchaus gewünscht, durch lesbare Inhalte lassen wir uns nämlich nur allzu gerne ablenken und unsere menschliche Wahrnehmung sorgt zusätzlich noch dafür, dass wir sofort bestimmte Muster und Wiederholungen erkennen.
Blindtexte mögen also zunächst willkürlich erscheinen, ist aber die Länge der Worte und die Verteilung der Buchstaben passend gewählt lenkt nichts von der Beurteilung der Typografie oder der Verteilung des Textes auf der Seite (Layout oder Satzspiegel) ab.

Wer ist eigentlich dieser
„Lorem ipsum“ über den Alle reden?

Er ist der bekannteste Blindtext überhaupt und muss wohl irgendwann im 16. Jahrhundert entstanden sein. Sind Sie „Nicht-Lateiner“ dürfte Ihnen das Lesen Schwierigkeiten bereiten, aber auch die „Lateiner“ unter Ihnen dürfen durchatmen – dass Sie ebenfalls kaum etwas verstehen liegt daran, dass „Lorem ipsum“ in einer pseudo-lateinischen Sprache verfasst wurde. Diese entspricht nur ungefähr dem „natürlichen“ Latein mit ein paar realen Worten. So lässt sich der Rhythmus der meisten europäischen Sprachen in lateinischer Schrift imitieren.

Manchmal braucht es
Jahre bis zum Durchbruch!

Richtig bekannt wurde „Lorem ipsum“ erst in den 1960er Jahren, als Auszüge auf Letraset-Bögen (bis in die 1980er populäre Klebebuchstaben auf transparenten Folien) verwendet wurden.
Versionen von „Lorem ipsum“ werden mittlerweile aber auch in gängigen DTP-Programmen mitgeliefert und machen diesen Blindtext noch bekannter. So bekannt, dass die Begriffsfolge „Lorem ipsum“ in Druckaufbereitung erkannt wird und eine Warnmeldung („Unachtsamer Grafiker“ oder ähnlich) ausgelöst werden kann. Verbliebene Fülltexte gehen somit nicht versehentlich in den Druck. In den allermeisten Fällen!

Bei aller Liebe …

Einen Nachteil hat „Lorem ipsum“: im Lateinischen kommen bestimmte Buchstaben häufiger und andere seltener vor, was ein für den deutschsprachigen Raum „seltsames“ Druckbild erzeugt. Zudem werden im Lateinischen nur Satzanfänge groß geschrieben, damit ist diese Form des Blindtextes für unseren Sprachraum nur begrenzt geeignet.
Besser wäre es also auf Blindtexte zurück zu greifen, welche für die jeweilige Sprache typische Buchstaben und Sonderzeichen nutzen.
Mittlerweile existieren eine ganze Menge Blindtexte als Alternativen zu den klassischen „Lorem ipsum“-Texten. Diese sind oftmals amüsant und erzählen kleine, lustige oder sinnlose Geschichten.

Wir wissen nicht,
ob Sie’s schon wussten:

Es gibt auch Musiker, die beim Komponieren einer Melodie, auf Blindtext zurückgreifen. Eines der besten Beispiele hierfür dürfte „Ich und mein Holz“ von den 257ers sein. Die eigentlich als Blindtext erdachten Strophen fanden so großes Gefallen, dass man sich dazu entschied, diese so zu veröffentlichen.