Keywords: Was sich 2017 für SEO geändert hat und warum Texter jetzt weniger fluchen

Keywords gelten als eines der wichtigsten Elemente der Suchmaschinenoptimierung (SEO). In der Vergangenheit haben Keywords riesige Listen eingenommen, sie wurden farblich sortiert, waren an unterschiedlichste Zahlen gebunden, wurden möglichst genau in Texte aufgenommen und in Links gestopft.

Noch immer sind Keywords nicht aus der Suchmaschinenoptimierung wegzudenken. Allerdings haben sich seit der Vergangenheit ein paar wesentliche Dinge verändert, die auch einen positiven Einfluss auf die Beziehung zwischen SEOs und Textern haben. Wir haben für dich zusammengefasst, was sich 2017 für SEO ändert und wieso jetzt alle, und vor allem Texter, weniger fluchen müssen.

Was ist eigentlich ein Keyword?

Keywords sind Schlüsselbegriffe innerhalb eines bestimmten Themas, nach denen häufig (oder selten aber gezielt) gesucht wird. Im SEO unterscheidet man zwischen Suchbegriffen und Keywords:

  • Suchbegriffe, oder Suchphrasen, sind die Wörter, die jemand in die Suchleiste einer Suchmaschine eingibt.
  • Keywords sind die Wörter, die man zur Optimierung auf der eigenen Seite einbaut, um mit diesen Begriffen zu ranken, also in Suchmaschinen aufzutauchen.

Die Unterscheidung liegt nur in der Perspektive
Beide Begriffe drücken also das gleiche aus. Die Unterscheidung liegt nur in der Perspektive. Der Google-Nutzer nutzt Suchbegriffe, der SEO oder Betreiber einer Website benutzt Keywords. Häufig werden die Begriffe wild durcheinander benutzt.

 

Short Head und Long Tail Keywords

 

Keywords bestehen nicht zwangsläufig nur aus einem Wort. Man unterscheidet hier in Short Head Keywords und Long Tail Keywords:

  • Short Heads bestehen aus generischen Begriffen, zum Beispiel, „Nike“, Boxen“, Laptop“. Sie sagen wenig über die Suchintention aus, die dahintersteckt. Jemand, der nach „Nike“ sucht, könnte nicht nur die Marke, sondern auch die Göttin meinen. Er könnte einen Schuh von Nike suchen oder ein Jobangebot des Unternehmens.
  • Long Tail Keywords hingegen bestehen aus mehreren Wörtern und geben wesentlich mehr über die Intention preis. Die Suchphrase „Nike Air Max 90 Köln“ gibt Aufschluss über eine konkrete Kaufintention, der Suchende möchte einen bestimmten Schuh in einer bestimmten Stadt finden.

In der Realität sieht es häufig so aus, dass man mit einem eher generischen Begriff startet und die Suche dann durch konkrete Begriffe verfeinert.

Keywords damals – Oldschool SEO

Vor noch nicht allzu langer Zeit wurde SEO um Keywords herum aufgebaut. Es soll sogar Anwender geben, die noch immer an dieser veralteten Form festhalten wollen.

Keywordrecherchen damals

Früher wurden aufwändige Keywordrecherchen durchgeführt, die jedes abstruse Wortgebilde berücksichtigten, das irgendwie das „Hauptkeyword“ enthielt. Dazu zählten auch grammatikalisch verrückte Konstruktionen, die von Textern exakt so in den Content einer Seite aufgenommen werden sollten. Häufig wurden auch Rechtschreibregeln missachtet, um Keywords in einen Text zu stopfen. Dabei heraus kamen Texte, die nicht nur die Leser, sondern schon die Texter unglücklich machten und zum Fluchen brachten. Jeder kennt diese Texte von damals. Heute tauchen sie in der Regel nicht mehr auf der ersten Suchergebnisseite auf.

Ein Keyword pro Seite

Auch die Permalinks, also die Linkstruktur einer Seite, hatten es schwer. Denn früher wurden konkrete Seiten für ganz konkrete Keywords erstellt. Deshalb musste der Schlüsselbegriff in die URL, in den Title, in die Metadescription und in den Ankertext von Backlinks, die auf die jeweilige Seite führten. Das hat vor allem dazu geführt, dass Websites unfassbar viele Unterseiten hatten, die kein Mensch mehr überblicken konnte und wollte. Es war so unübersichtlich, dass man die für sich relevanten Infos hätte suchen müssen, weshalb viele Websitebesucher gleich wieder absprangen. Aber wenigstens tauchte überall das Keyword auf.

Keyword-Dichte

Lange Zeit hielt sich auch die Regel, dass ein Keyword in einer bestimmten Häufigkeit auf einer Seite auftauchen musste, um entsprechend hoch ranken zu können. Diese Keyword-Dichte wurde mithilfe verschiedener Formeln beworben und ständig neu interpretiert. Viele Verfechter der Keyword-Dichte waren sich sicher, dass der Schlüsselbegriff 3-12 % der Gesamtwortanzahl ausmachen sollte. Man erkennt schon an der enormen Spanne, dass dieser Wert Unsinn ist. Karl Kratz erklärt das Problem noch ein bisschen ausführlicher!

Keywords und Keywordrecherchen in 2017

Damals war alles besser

„Damals war alles besser“ kann man in Bezug auf Keywords wirklich nicht sagen. Heute haben es SEOs und Texter viel leichter, gute Arbeit zu leisten.

Keywordrecherchen 2017

Heute fallen Keywordrecherchen deutlich kürzer aus. Denn es ist schlichtweg nicht mehr wichtig, Keywords in jeder abstrusen Form und Länge zu „platzieren“. Der Fokus liegt auf lesbaren Inhalten, die alle für den Leser wichtigen Informationen enthalten und deshalb richtig in die Tiefe gehen. Bei der Vorgehensweise nutzt man automatisch viele verwandte, relevante Begriffe, die ebenfalls zum Thema gehören. Eine Keywordrecherche hat deshalb eher die Aufgabe, ein Thema in seiner Ganzheit zu erfassen und alle wichtigen Unterthemen zu berücksichtigen. Das liegt daran, dass Suchmaschinen immer „schlauer“ werden und verwandte Begriffe erkennen. Texter müssen deshalb nicht mehr fluchen. Es reicht, wenn sie richtig gute Texte schreiben.

Seitenstruktur und Keyword-Verteilung

Zum Glück weiß man heutzutage, dass das Keyword nicht mehr überall, also in der URL, dem Title, der Metadescription und im Ankertext auftauchen muss. Mittlerweile haben sogar ungefähr 50 % der auf Position 1 platzierten Websites das Keyword nicht mehr überall eingebaut. Man kann sich also entspannt zurücklehnen und es für den Websitebesucher einfach ansprechend gestalten. Viel wichtiger ist doch, dass sich die Besucher direkt zurechtfinden und wissen, was sie erwartet. So bleiben sie länger auf der Seite und sind dir für die wertvollen Infos dankbar.

Keyword-Dichte in 2017? Nein, noch immer nicht!

Da die Keyword-Dichte noch nie viel Sinn gemacht hat, tut sie es auch in 2017 noch nicht. Die komplizierten Formeln zur Berechnung kann man getrost vergessen und sich wichtigeren Themen zuwenden. Viel wichtiger ist der Lesefluss. Baut man bestimmte Begriffe ständig im Text ein, langweilt man den Leser und das ist das Schlimmste, das passieren kann. Denn die Nutzer-Erfahrung (User Experience) gilt heutzutage als die Kür im SEO.

Die Nutzer-Erfahrung: Die Kür der Suchmaschinenoptimierung

Keywords sind insofern noch immer ein wichtiger Bestandteil von SEO, als dass sie dabei helfen, relevante Inhalte zu finden und auszugeben. Trotzdem steht eine Sache in 2017 über allem und das ist die Nutzer-Erfahrung (User Experience), oder auch die Sucherfahrung (Search Experience). Oder ganz einfach: Wie machst du deine Besucher glücklich? Diese stellt einen der schwierigsten zu optimierenden Rankingfaktoren dar. Bei der Umsetzung der Optimierung lohnt sich immer ein Blick auf das eigene Suchverhalten:

  • Sucht man nach langen, ausführlichen Texten oder eher nach knackigen Videos?
  • Welche Überschriften reizen mich besonders?
  • Wie sollte eine Seite aufgebaut sein, damit ich mich direkt zurechtfinde?
  • Welche Informationen erwarte ich, was würde mich glücklich machen?
  • Wie lange bleibe ich auf der Seite und warum?
  • Was kann meine Aufmerksamkeit am längsten auf sich ziehen?
  • Und so weiter.

Denn die Kernaufgabe im SEO ist es, seine Zielgruppe zu kennen und ihr zur richtigen Zeit, die richtigen Inhalte auf die richtige Art und Weise bereitzustellen.

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