Facebook: Jeder kennt diese eine Person …

… die einen ständig irgendwo markiert.

Gefühlt jeder 2 Post im Newsfeed bei facebook ist ein Spielchen, bei dem man seine Meinung in Form einer bestimmten Like-Reaktion kundtut, ein Gewinnspiel, bei dem man nur gewinnen kann wenn man kommentiert, jemanden markiert, liked und nur zur Sicherheit auch noch teilt oder diese lustigen Bildchen, auf die man seine Freunde markieren soll. Das nervt ziemlich und vor allem verfälscht es die Relevanz einer Seite (Engagement-Bild). Bisher galten Seiten die besonders vielen Reaktionen hervorriefen auch als besonders relevant – ganz genau: BISHER!

 

 

Die Wunderwaffe der Social-Media-Marketer wurde entschärft

Auch wenn es keine nachhaltige Möglichkeit ist dauerhaft Fans zu generieren, gilt Engagement-Baiting bei vielen Social-Media-Beratern als Wunderwaffe. Unternehmen, die so etwas betreiben, dürften demnächst doof aus der Wäsche gucken, denn Facebook schraubt am Newsfeed-Algorithmus und diese Unternehmen werden davon nicht mehr so stark profitieren.

Wie genau Facebook dagegen vorgehen will, ist nicht so ganz klar. Denkbar ist aber, dass der Aufbau und Inhalt der Kommentare analysiert wird – werden also einfach nur Personen markiert, wird Facebook aufmerksam. Möglich wäre auch eine Bildanalyse, oder dass der Text nach gewissen „Aufforderungen“ durchsucht wird.

 

Teilen macht Freude!

Mit den kommenden Algorithmusänderungen wird facebook sicherlich Maßnahmen finden um generelles Teilen und Markieren nicht abzustrafen und Postings, wie z. B. von vermissten Personen oder Täterermittlungen, bei Geldsammlungen für einen guten Zweck und ähnlichen sozialen Beiträgen, von Engagement-Baiting unterscheiden zu können.

Mit ganz viel Glück bleiben uns in naher Zukunft auch diese „Nametests“ alla „Welche Sockenfarbe passt am besten zu dir?“ erspart. Diese Accounts erwerben einen ganz guten Ruf und nutzen diesen dann für das Bewerben völlig themenfremder Inhalte.

 

Nicht rumheulen – Content schaffen!

Kaum zu glauben, aber wahr; wirklich gute Inhalt könnten bald auch bei facebook, ähnlich wie bei google, für die Relevanz einer Seite entscheidend sein – denn nicht nur das Engagement-Baiting soll unterbunden werden auch die Beiträge von Freunden und Bekannten sollen den von Unternehmen im Newsfeed vorgezogen werden. Ein lautes Raunen geht durch die Büros der Marketer und Seitenbetreiber, sind dies doch erhebliche Einschnitte in die organische Reichweite*. Wenn man ganz leise ist, kann man es bis in unsere Agentur hören: „Wie gemein von facebook … mimimi … facebook darf doch nicht einfach … mimimi … dann geht bald nichts mehr ohne Bezahlung … danke Zuckerberg!“

 

facebook bestimmt die Regeln

Runter von meinem Rasen! Mein Garten, meine Regeln.

Damals, als Social-Media-Marketing noch klein war, war es ziemlich verlockend seine Kunden in Echtzeit zu erreichen. Wozu denn dann auch noch Geld für Adwords-Kampagnen, Printwerbung oder teure Werbespots ausgeben? Wenn’s nicht reichte, nahm man ein paar Euro in die Hand und schon hatte man gleich seine Reichweite um einiges erhöht und noch mehr Menschen folgten einem.

So entwickelte sich die Reichweite schnell zu einem wichtigen Kriterium bei der Erfolgsmessung von Social-Media-Marketing und sind wir mal ehrlich: Facebook nicht zu monetarisieren, wäre nicht sehr klug gewesen und daher hätte wahrscheinlich jedes Unternehmen, welches so erpicht auf die organische Reichweite ist, ähnlich gehandelt.

Auch facebook ist ein Unternehmen, Unternehmen wollen in der Regel Geld verdienen und facebook war halt ursprünglich nicht als Werbeplattform gedacht (ja, wirklich, isso!), sondern hatte das Ziel, Menschen die sich nicht regelmäßig sehen können, miteinander zu verbinden und da möchte facebook nun wieder hin.

Es gibt halt kein grundsätzlich Anrecht darauf facebook kostenfrei für seine Werbezwecke nutzen zu können.

 

Was wäre denn relevanter Content für facebook?

Naja, halt schon noch alles was die Interaktion mit dem User anregt. Live-Videos, relevante Updates und auch Veranstaltung könnten die Nutzer interessieren und für Diskussionsstoff sorgen. Wer noch nicht weiß, was seine Nutzer interessiert sollte sich so langsam daran machen dies herauszufinden.

 

*organische Reichweite: wie viele Nutzer die Inhalte sehen konnten, ohne dass dafür gezahlt wurde.