An Silvester lassen wir’s krachen …

… zumindest hier in Deutschland gehört das „Krachen lassen“ genauso wie der „Neujahrs-Berliner“ zu den klassischen Silvester-Traditionen. Sieht der Jahreswechsel überall auf der Welt so aus? Wagen wir mal den Blick über die Landesgrenze hinaus und schauen, wie andere Länder so feiern.


Dänemark

Scherben bringen Glück! Genauso sehen es auch unsere nördlichen Nachbarn. Zu Silvester werfen sie den Personen, denen sie Glück für das kommende Jahr wünschen, Geschirr vor die Haustür. Je mehr Scherben, desto mehr Glück. Punkt 0.00 Uhr springen die Dänen in das neue Jahr, traditionell von einem Stuhl oder auch dem Sofa.

Scherben vor der Eingangstür eines dänischen Hauses. So feiern die Dänen Silvester.
Silvester in Dänemark

Österreich

1, 2, 3 – 1, 2, 3 – 1, 2, 3
Klassischer Wiener Walzer, ist doch klar. In Österreich wird um Mitternacht erst ein Walzer getanzt, bevor es ans Böllern geht. Ganz unabhängig davon, wo man sich gerade befindet.

England

In England sollte man ein Glas Sekt oder Champagner bereithalten, um auf das neue Jahr anzustoßen.
An der Themse, direkt neben dem „London Eye“, wird das größte Feuerwerk Europas gezündet – dazu singt man klassische Lieder. Bei „Auld lang Syne“ solltet ihr textsicher sein, denn es wird gemeinsam gesungen, um den Verstorbenen zu gedenken.

Italien

Im Land der Pizza und Pasta wird sehr ähnlich wie in Deutschland gefeiert. Die Italiener tragen allerdings ihren „Glücksschlüppi“. Der Brauch, zur Jahreswende einen roten Slip zu tragen, soll seinem Träger (m/w/d) Glück in der Liebe bescheren.

Ein Bild auf dem rote Schlüpfer und ein griechisches Basiliusbrot abgebildet sind.
Silvester in Italien und Griechenland

Griechenland

Die Griechen – wie sympathisch – sitzen an Silvester lieber an einem Tisch zusammen und spielen Karten, anstatt zu böllern. Ist das ganze Geld verzockt, bleibt immer noch die Hoffnung aufs Basiliusbrot, versteckt sich doch in einem Stück des Brotes eine Münze – wer diese abbekommen hat, den erwartet ein besonders glückliches Jahr.

Spanien

Die Uhr schlägt Mitternacht und los geht’s! Nein, keine Prinzessinnen, die panisch die Partys verlassen. In Spanien werden zu Silvester 12 Früchtchen vernascht. Eine Traube pro Glockenschlag, schafft man es, darf man sich was wünschen und darauf hoffen, dass dieser Wunsch im kommenden Jahr in Erfüllung geht.

Tschechien

Auch hier spielt Obst eine zentrale Rolle. Ein Apfel verkündet, ob das kommende Jahr Glück oder Unglück bringt. Er wird quer halbiert, dann werden die Kerne betrachtet. Sind sie sternförmig angeordnet, heißt das Glück für’s neue Jahr. Bilden die Kerne ein Kreuz, droht leider Pech.

Argentinien

Und ab dafür! Nicht mehr benötigte Unterlagen und Dokumente werden in Argentinien in Form von Papierschnipseln aus dem Fenster geworfen – sicher äußerst befreiend und hübsch anzusehen.

Papierfetzen fliegen aus den Fenstern – Silvester in Argentinien.
Silvester in Argentinien

Australien

In Sydney findet das längste Feuerwerk der Welt statt. An der Oper wird das Spektakel für volle 12 Minuten entzündet – jede Minute steht für einen der vergangenen Monate.

Silvester in Sydney

Brasilien

Zum Jahreswechsel ist es in Brasilien Brauch, weiße Kleidung zu tragen. Diese symbolisiert Reinheit und Frieden.
Ein Ritual der Brasilianerinnen ist es, an Silvester der Meeresgöttin Yemanja zu gedenken. Zu diesem Zweck werfen sie Blumen ins Meer und lassen kleine Schiffchen, gefüllt mit Süßigkeiten, zu Wasser. Dies soll die Fruchtbarkeit stärken und die Beziehung festigen.

China

Im Reich der Mitte wird Silvester erst am Tag des ersten Vollmonds nach dem 21.01. gefeiert. Für diesen besonderen Tag wird das Haus in den Wochen zuvor auf Vordermann gebracht und gesäubert. Das ähnelt einem Frühjahrsputz und birgt den Anfang von etwas Neuem. Außerdem werden eine Stunde vor Mitternacht alle Fenster im Haus geöffnet, um das Glück hereinzulassen, welches das Haus erfüllen soll. Als nächstes wird am 25. Januar 2020 das Jahr der Ratte ausgelassen mit Feuerwerk, Drachen- und Löwentänzen begrüsst.

Ecuador

Die Südamerikaner praktizieren einen etwas gewöhnungsbedürftigen Brauch: An Silvester werden um Mitternacht Puppen mit Böllern gefüllt und diese anschließend entzündet. Dies können Hexenköpfe oder aber auch Nachbildungen bestimmter Personen (wie etwa Politiker) sein. Sinn des Brauches ist das symbolische Loswerden von allem Schlechten.

Silvester in Ecuador

In diesem Sinne wünschen wir euch einen Scherbenhaufen, so groß, dass er euch die Eingangstür versperrt, dass ihr beim Brotessen auf eine Münze beißt, sternförmige Apfelkerngehäuse und die Fähigkeit, Trauben rasch im Ganzen zu schlucken.