Das Workout für deine Kreativität

Wenn sie „kreatives Arbeiten“ hören, haben viele Menschen vermutlich Büros von Google und anderen Paradebeispielen für Kreativität im Kopf. Rutschen, über die man in den Pausenraum gelangt, Hängematten und Sessel in speziellen Ruheräumen und Kicker und Tischtennisplatten für aktive Pausen. Aber was ist eigentlich Kreativität und wie wird man kreativ? Hier findest du Antworten und Praxistipps.

Was ist Kreativität?

Oft wird Kreativität mit handwerklichen Fähigkeiten oder dem Ausüben der Künste gleichgesetzt. Du malst, häkelst oder schnitzt? Dann bist du kreativ. So ungefähr. Kreativität ist aber viel mehr als das. Leider gibt es so viele unterschiedliche Definitionen, dass die Frage nicht so einfach beantwortet werden kann.

Was viele Definitionen verbindet, sind Begriffe wie „erschaffen“, „neu“, „nützlich“ und „originell“. Kreativität bedeutet demnach, etwas nützliches Neues zu erschaffen. Das lässt selbstverständlich Raum für Interpretation.

Sehr interessant für Kreativität bei der Arbeit ist die Definition im Gabler Wirtschaftslexikon:

Kurzerklärung:
bezeichnet i.d.R. die Fähigkeit eines Individuums oder einer Gruppe, in phantasievoller und gestaltender Weise zu denken und zu handeln.

Ausführliche Erklärung:
[…] Die Bedingungen für Kreativität werden oftmals nach den vier Ps der Kreativität eingeteilt, und zwar nach person (Person), process (Prozess), product (Produkt) und press (Umwelt). Zu den kreativitätsförderlichen Aspekten der Person gehören bspw. Personenmerkmale wie Offenheit für Erfahrung, Verantwortungsgefühl oder hohe allg. kognitive Fähigkeiten. Der Kreativitätsprozess wird meist als typische Abfolge von Problemidentifikation (Erkennen von Problemen), Vorbereitungsphase (notwendige Informationen werden gesammelt), Generierungsphase (mögliche Lösungen werden entwickelt) und Beurteilungsphase (Analyse der Lösungen) beschrieben. Die Aufgabenstellungen in den einzelnen Phasen können durch den Einsatz verschiedener Techniken unterstützt werden (z.B. Brainwriting in der Vorbereitungsphase). Kennzeichnend für kreative Produkte ist, dass sie gleichzeitig neu und angemessen, nützlich oder wertvoll für die Lösung eines Problems sind. Zu den kreativitätsförderlichen Umweltaspekten gehören bspw. das Teamklima für Kreativität und Innovation oder eine qualitativ gute Beziehung zwischen Geführten und Führungskraft.

Wozu benötigt man Kreativität?

Wozu benötigt man Kreativität?

Kreativität ist überall dort gefragt, wo neue Ideen benötigt werden. Das Wort taucht auch in sehr vielen Stellenausschreibungen auf. Kreatives Arbeiten ist das Gegenteil von Fließbandarbeit, bei der jeder Handgriff der gleiche sein muss. Arbeitet man kreativ, verlässt man seine Komfortzone und denkt um die Ecke. Man ist in der Lage, die Perspektive zu wechseln und so neue Wege und Möglichkeiten zu entwickeln. Das hilft aber nicht nur bei der Arbeit, sondern auch im Privatleben. Kreativität kommt unter anderem in diesen Bereichen zum Einsatz:

  • Problemlösung
  • Projektplanung
  • Kundenberatung
  • Urlaubsplanung
  • Gestaltung (des Büros, der Wohnung)

Ist jeder Mensch von Natur aus kreativ?

Kreativität scheint, wenn man der Definition glauben möchte, schon bei der Persönlichkeit anzufangen. Ist man offen für Erfahrung und besitzt ein gutes Verantwortungsgefühl, könnte das die eigene Kreativität positiv beeinflussen. Ebenso besonders ausgeprägte kognitive Fähigkeiten. Doch diese Definition spricht einem großen Personenkreis die Fähigkeit ab, kreativ zu sein. Und tatsächlich gibt es viele Menschen, die von sich behaupten, nicht kreativ zu sein.

Kreativität kann man lernen und trainieren

In der Psychologie geht man heutzutage davon aus, dass jeder Mensch Kreativität lernen und trainieren kann. Diese entsteht vor allem in der rechten Gehirnhälfte, während die linke Gehirnhälfte für Zahlen, Sprache und das logisches Denken zuständig ist. Da diese Fähigkeiten in der heutigen Gesellschaft ganz besonders gefordert werden, scheint die linke Hälfte unseres Gehirns entsprechend gut trainiert zu sein. Die rechte Hälfte wird eher vernachlässigt. Möchte man aber kreativer sein, muss man ausprobieren, üben und eben trainieren. Man könnte auch sagen: Sei kreativ, dann wirst du kreativ!

5 konkrete Praxistipps – So bekommt deine Kreativität ein Sixpack!

Das ist natürlich ein ganz schöner Spruch aber irgendwo muss man ja anfangen, denn ein Sixpack bekommt man nicht von jetzt auf gleich! Wollt ihr eurer Kreativität etwas Gutes tun, nehmt euch die folgenden Tipps zu Herzen und trainiert fleißig!

Duschen – Die Übung für Einsteiger

5 konkrete Praxistipps

Es mag verrückt klingen, doch viele Menschen erleben beim Duschen „Geistesblitze“. Das liegt vor allem daran, dass man beim Duschen weniger Reizen ausgesetzt ist und sich in der Regel gut entspannen kann. Und ein entspannter Geist ist in der Lage, kreativ zu sein. Diese Übung mag nicht bei jedem funktionieren. Die Pragmatisten unter euch, die nach zwei Minuten schon das Handtuch parat haben, können diese Kreativitäts-Übung überspringen. Hansgrohe, ein bekannter Hersteller im Sanitärbereich, hat sogar eine kleine Studie zu diesem Thema durchgeführt.

Ortswechsel – Hocheffizient!

Diese Übung hat es in sich! Sie ist leicht umsetzbar und dabei hocheffizient! Damit du mal auf andere Gedanken kommst, solltest du den Ort wechseln. Tausch‘ den Schreibtisch mit deinem Kollegen oder geh‘ einfach mal an die frische Luft. Du kannst dir auch einen Kaffee besorgen, oft reicht das schon aus. Der Grundgedanke ist ganz einfach: Für neue Ansätze brauchst du eine neue Umgebung. Außerdem ist es immer sinnvoll, den Prozess der Kreativitätsfindung sowohl psychisch als auch physisch zu erleben!

Übrigens: Ein Ortswechsel ist zwar mit einem zeitlichen Aufwand verbunden, aber der rechnet sich. Bleibst du unkreativ und unproduktiv für längere Zeit an deinem bewährten Platz, arbeitest du faktisch nicht effizient. Ein kurzer Ausflug von ein paar Minuten ist also sinnvoll, da du im Anschluss produktiver weiterarbeiten kannst.Ortswechsel – Hocheffizient!

Brainstorming – Der Klassiker bei der Ideenfindung

Brainstorming – Der Klassiker bei der Ideenfindung

Das Brainstorming ist eine altbewährte Methode, um an neue Ideen zu kommen. Trommle hierfür deine Kollegen zusammen, um gemeinsam ein Problem zu lösen. Hierbei sollt ihr vor allem in kurzer Zeit (5 – 30 Minuten) ganz wild phantasieren! Zwei Dinge sind dabei aber ganz wichtig:

  • Die Ergebnisse müssen veranschaulicht und protokolliert werden.
  • Kritik, Kommentare und dergleichen sind streng verboten.

Perspektivwechsel – Wie würde Luke Skywalker mein Problem lösen?

Der Perspektivwechsel ist eine besondere Möglichkeit, deine Kreativität zu testen und zu trainieren. Dabei versuchst du erst einmal, eine andere Perspektive anzunehmen und aus dieser heraus dann dein Problem zu lösen. Hierfür musst du dir im Vorfeld Personen / Lebewesen überlegen, deren Perspektive du einnehmen könntest. Dabei ist es ratsam, innerhalb seines Bereichs zu bleiben. Möchtest du die Sichtbarkeit deiner Website erhöhen, bringt dir die Sicht einer Schildkröte nicht viel. Aber wie sieht es mit Luke Skywalker aus? Hier findest du eine Liste aus 100 Möglichkeiten für den Perspektivwechsel.

Perspektivwechsel

Die Walt-Disney Methode

Erfunden vom Guru des Zeichentrickfilms und ein absoluter Hit bei der Ideenfindung! Bei der Walt-Disney-Methode nimmt man drei unterschiedliche Rollen ein.

  1. Die erste Position ist die des Träumers. Er spinnt wild in der Gegend herum, keine Vision wird ausgelassen und auf die Umsetzbarkeit wird nicht geachtet!
  2. Der Realist greift die Ideen des Träumers auf und formt diese zu realistischen Zielen um.
  3. Zum Schluss prüft der Kritiker diese Ziele auf Herz und Nieren. Was dann noch nicht rund ist, geht wieder an den Träumer.

Die Walt-Disney Methode

Diesen Zirkel kann man beliebig oft wiederholen, eben bis alles stimmt und passt. Der Vorteil hierbei ist, dass man diese Übung im Team aber auch alleine durchführen kann. Wichtig ist hierbei auch, dass die unterschiedlichen Positionen sichtbar sind. Nehmt also drei Stühle, drei Ecken im Raum oder gleich drei unterschiedliche Räume, damit ihr den Wechsel auch physisch mitbekommt!

Fazit

Kreativität ist bei einigen Leuten stärker ausgeprägt, andere haben bestimmte Bereiche, in denen sie kreativ sind. Kreativität kann aber sehr gut erlernt und trainiert werden! Sie hilft uns in den unterschiedlichsten Situationen, Ideen zu finden und Probleme zu lösen.

Fun Fact: Der absolute Gott der Kreativität ist natürlich MacGyver, man sagt auch „MacGyvering a solution“.